"Books are uniquely portable magic." (Bücher sind einzigartige tragbare Magie.)
~Stephen King~

Montag, 26. Januar 2015

[Buchrezension] "Herr aller Dinge" von Andreas Eschbach


- Bastei Lübbe Verlag
- 2011 erschienen
- 687 Seiten
- 9,99 €
- ISBN: 978-3-404-16833-0

Der erste Satz
"Hiroshi und seine Mutter lebten im dritten Stock in einem der Häuser gegenüber der französischen Botschaft, wo sie als Wäscherin arbeitete."

Der Autor
Andreas Eschbach wurde 1959 in Ulm geboren und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Heute lebt er als freier Schriftsteller in der Bretagne.

Inhalt
Hiroshi hat bereits als Kind eine Idee, den Unterschied zwischen Arm und Reich zu beenden. Als Erwachsener versucht er dann, diese Idee in die Tat umzusetzen. Doch die Erfindung gerät aus den Fugen...


Meinung
Zunächst möchte ich auf das Cover eingehen. Es ist silber-gold gehalten und es ist eine Europa-Karte zu sehen. Irgendwie kam mir die Aufmachung bekannt vor und nach einiger Grübelei wusste ich auch woher: Die Euro-Münzen. Das Buch ist also wie eine Euro-Münze gestaltet, was mich begeistert hat, weil es extrem gut zur Geschichte und zum Inhalt dieses Buches passt. 

Die Idee hinter dem Buch ist sehr gut und es wird ein sehr aktuelles Thema angesprochen, das wohl zu jeder Zeit aktuell sein könnte. Die Schere zwischen Arm und Reich ist auf der Welt sehr groß, nicht nur zwischen verschiedenen Ländern, sondern auch innerhalb der einzelnen Staaten. Meiner Meinung nach ist es somit eines der größten Probleme, die die Menschheit hat. 

So sehr mir die Idee hinter dem Buch und die Aktualität der Thematik gefallen haben, war ich doch etwas von der Umsetzung enttäuscht. 

Das Buch ist in Kapitel mit Unterkapitel geteilt und trotzdem tauchen immer wieder zeitliche und örtliche Sprünge auf, die mich als Leser verwirrt haben und ich immer erst einmal nicht wusste, wo und wann wir uns befinden. Das Buch beginnt in der Kindheit von Hiroshi und seiner Freundin Charlotte und springt dann immer mal ein paar Jahre vor - auch außerhalb der Kapiteluntergliederung. Das hat mir nicht gefallen, weil es die Handlung immer wieder unterbrochen hat und ich mich neu zurecht finden musste.

Über lange Strecken des Buches wird die Erfindung von Hirsohi erklärt, was viele technische Details vor allem im speziellen Themenbereich der Nanotechnologie beinhaltet. Des Weiteren spielen Wirtschaft, Technik, Roboter und Paläoanthropologie eine große Rolle. Das fand ich zwar teilweise sehr interessant, wurde mir dann aber doch zu viel, wenn über viele Seiten hinweg Dinge erklärt wurden, die mir mit der Zeit langweilig und unverständlich wurden.

Sehr schön dagegen fand ich, dass einem die japanische Kultur ein bisschen näher gebracht wird. So erfährt man z. B., dass in Japan der Schuljahreswechsel nicht im Sommer, sondern im April stattfindet. 

Insgesamt hat mir die Idee hinter der Geschichte gefallen, die für meinen Geschmack aber zu detailliert mit technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen umgesetzt wurde. Ich kann das Buch auf jeden Fall all denen empfehlen, die sich mit Technik, Robotern und Wirtschaft ein bisschen auskennen bzw. die das interessiert und die sich in diesem Themengebiet weiterbilden möchten.

Mir war es ein bisschen zu viel davon und deswegen gibt es - trotzdem gute - drei Herzen von mir.

Bewertung
♥♥♥

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