Hey Ihr Lieben,
kommt Euch das bekannt vor?:
"XXL Neuzugänge".
"Bücher kaufen und Bücher lesen sind zwei verschiedene Hobbys."
"Meine Wunschliste platzt bald."
"Ich möchte
- alle offenen Reihen beenden,
- meinen SuB abbauen (jetzt aber wirklich!),
- neue Autor:innen entdecken,
- von Lieblingsautor:innen das Gesamtwerk lesen und
- die ganzen Bücherlisten erlesen, die ich mir vor zehn Jahren vorgenommen habe."
Ich komme nicht mehr hinterher.
Und das, obwohl ich Social Media ganz bewusst vor nicht ganz fünf Monaten komplett gelöscht habe. Ich nutze nur noch YouTube (BookTube). Die Schnelllebigkeit auf anderen Plattformen hat mir nicht mehr gut getan.
Diskussionen über Bücher-Konsum oder die Anzahl von gelesenen (und ungelesenen) Büchern gehe ich lieber aus dem Weg. Trotzdem gibt es jetzt diesen Beitrag, um meine Gedanken dazu festzuhalten.
Ich spreche hier VON MIR und MEINEM KONSUM/MEINER MEINUNG. Jede Person sollte ihren eigenen Weg damit finden.
Ich konsumiere in der Buchhandlung sehr bewusst (da bin ich sehr wählerisch). In der Bibliothek dagegen schleppe ich auch mal ein paar Bücher mehr raus :D Bücher kaufe ich eher gebraucht und gezielt. Ich versuche, Großbestellungen zu vermeiden. (Ab wann Neuzugänge als XXL gelten, lassen wir auch mal offen - da hat jede Person wohl eine andere Meinung.) An öffentlichen Bücherschränken kann ich mich manchmal nicht beherrschen. Leider liegen diese Bücher aber auch eher länger ungelesen herum.
Rezensionsexemplare nehme ich fast gar nicht mehr an, weil sie mich eher unter Druck setzen. Ich mache mir damit Druck, nicht die Autor:innen oder Verlage.
Ein Buch kann schnell einziehen, leider fehlt dann manchmal die entsprechende Lesezeit dafür. Die würde ich gerne direkt dazu bekommen :D
Und nein, es ist nicht normal, riesige Bücherregale zu besitzen. Hierbei ist zu bedenken, wie lange eine Person diese Bücher schon sammelt und aus welchen Quellen die Bücher möglicherweise stammen (neu gekauft, öffentliche Bücherschränke, Geschenke, Rezensionsexemplare, Leihen,...).
Wenn ich irgendwo angefixt werde und ein Buch gerne haben möchte, wandert es zunächst auf die Wunschliste. Manche Bücher stehen da nun schon einige Jahre drauf. Meine Wunschliste umfasst mehrere hundert Bücher. Bei Gelegenheit möchte ich sie mal aussortieren, aber im Moment stört mich das nicht.
Meine ungelesenen Bücher dagegen stören mich gerade schon. Zum einen, weil manche Bücher schon so lange ungelesen hier herumliegen. Das hat mit dem Stephen-King-Projekt zu tun und da mache ich mir auch keinen Lesestress. Zumal es in diesem Jahr gut damit weitergehen wird.
Die Anzahl der Bücher ist auch noch okay (Stand heute 67 Bücher), auch wenn ich das gerne reduzieren möchte. Es ist ein Lesevorrat von über einem Jahr, wenn ich mir die Seitenzahlen anschaue. Denn das ist eine größere Herausforderung auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher): Die Hälfte der Bücher hat über 500 Seiten, viele sogar über 700 oder gar 1.000 Seiten. Ich liebe Wälzer, aber sie brauchen natürlich auch mehr Lesezeit.
Nebenbei möchte ich auch noch meine Buchreihen beenden, neue Werke entdecken, Lieblings-Autor:innen belesen und Bücherlisten erlesen.
Mir ist klar, dass ich in diesem Leben nicht alle Bücher werde lesen können, die ich möchte, weil es einfach zu viele sind. Aber ich möchte (ganz ohne Stress) so viele wie möglich für mich entdecken.
Ich drücke jetzt mal die Pausentaste.
Denn es gibt etwas, was mich ausbremst: Lesende Menschen, die sich vergleichen. Die fragen, wie man so viel lesen kann. Ob es nicht verwerflich ist, sich nach drei Monaten nicht mehr an ein Buch zu erinnern.
Halt! Stop!
Lesen ist kein Wettbewerb.
Und sich beim Lesen zu vergleichen, macht keinen Sinn.
Denn wir haben alle unser eigenes Lesetempo und individuelle Prioritäten im Leben. Da spielt das Lesen entweder eine zentrale Rolle oder eben nicht - oder irgendwas dazwischen.
Lesen soll Spaß machen.
Das ist die Hauptsache. Und da ich persönlich unter Bücher-Amnesie leide (hihi), ist es für mich völlig normal, regelmäßig nicht nur das Ende von Büchern zu vergessen, sondern auch ganze Inhalte.
Weil ich für den Moment lese, zur Unterhaltung, um etwas zu lernen, mich berühren zu lassen oder zum Nachdenken angeregt zu werden.
Ich lese nicht, um mich an alles zu erinnern, was ich je gelesen habe. Aber es gibt Bücher, die so nachhallen, dass sie einen besonderen Platz im Bücherherzen haben.
Und jetzt setze ich mich in aller Ruhe hin, schlage meinen über 1.100-Seiten-Schinken auf und lese ganz gemütlich darin weiter.
Und irgendwann werde ich vielleicht doch meinen SuB weggelesen und alle weiteren Leseprojekte abgeschlossen haben. Dann kann ich mich in Ruhe zurücklehnen. (Man wird ja noch träumen dürfen...) ;-) Aber mal ehrlich: Ohne Bücher wäre das Leben doch langweilig.
Eure Melli ♥