Das ist eine spannende Frage, die ich gerne beantworten möchte.
Ich habe mit expliziten Szenen in Büchern gar kein Problem, wenn sie gut geschrieben sind. Bei mir kann aus Büchern das Blut tropfen - das stört mich nicht.
Es gibt drei Themen in Büchern, die mir sehr nahe gehen und mit denen ich ein Problem habe. Wenn sie richtig detailliert beschrieben sind, muss ich auch mal das Buch aus der Hand legen. Diese Themen sind (in dieser Reihenfolge) Gewalt gegen Kinder, Gewalt gegen Tiere, Vergewaltigung. Selten ist das auch mal ein Grund für mich, das Buch abzubrechen. Wenn ich allerdings ein Buch zum Thema Walfang lese, dann ist mir vorher klar, worauf ich mich einlasse und dann versuche ich auch, das auszuhalten. Wenn ich aber überrascht werde von einer Figur, die ein Tier schlägt, dann kann ich damit schlechter umgehen.
Ansonsten lese ich aber gerne Horror und Thriller. Da gibt es oft Mord und Totschlag. Literarisch habe ich damit kein Problem. Und solange ich Fiktion von Realität unterscheiden kann, ist es auch völlig in Ordnung. So habe ich meine Grenzen auch schon mit Büchern aus der Extrem-Reihe vom FESTA-Verlag getestet (Rezensionen findet Ihr hier auf meinem Blog). Diese Bücher werden zu Recht ab 18 Jahren verkauft.
Gewalt bzw. Brutalität gibt es aber auch in anderen Genres, die ich lese, so zum Beispiel in Biographien/Erfahrungsberichten/Sachbüchern/Historischen Romanen zu Themen wie Zweiter Weltkrieg, Serienmörder:innen, Hexenverbrennungen etc.
Auch mit Sexszenen habe ich kein Problem, wenn sie zur Handlung passen und gut eingebettet sind (haha). Wenn die Szenen allerdings überhandnehmen und die Handlung nur noch eine Randnotiz ist (manchmal im Genre Erotik der Fall), dann ist es nicht so meins. Ich brauche schon eine gute Handlung und vielleicht auch Figuren, die mich mitfiebern lassen können.
Bei Jugendbüchern ist mir außerdem wichtig, dass Verhütung dabei eine Rolle spielen sollte und insgesamt in der Buchwelt bin ich ein großer Fan von Diversität - auch bei Sexszenen. So lese ich gerne von zwei Männern/Frauen oder non-binären Personen, die sich näherkommen. Wichtig ist mir hierbei gegenseitiger Respekt der Figuren.
Was mich irritiet, sind komische Umschreibungen von Vulva und Penis. Das törnt mich sprachlich tatsächlich ab ;-)
Hey Melli,
AntwortenLöschenja, das sind drei Themen, die mir unter anderem auch nahegehen und die für die Handlung zentral sein müssen, um eine Daseinsberechtigung in einem Buch zu haben. Klar, in einem Buch über Walfang wird man wohl oder übel von grausam getöteten Tieren lesen, aber wenn in einem Abenteuerbuch ein tierischer Begleiter totgetreten wird, fragt man sich schon: Wieso? Musste das sein?
Haha dein Sprachwitz zum "eingebettet" hat ein bisschen gedauert bei mir ;-))) Boah ja, über unangenehme Umschreibungen für Geschlechtsteile in Büchern könnte ich mich auch seitenweise auslassen. Besonders im Fantasy-Genre werden AutorInnen da manchmal unnötig kreativ und es kommen die furchtbarsten Bezeichnungen dabei heraus ^^
Liebe Grüße
Sophia
Hey Sophia,
Löschengenau so ist es (es darf nicht völlig überraschend in einem Kontext/einer Handlung auftauchen, wo ich es als Leserin überhaupt nicht erwarte und es mich dann kalt erwischt).
Der Sprachwitz ist zufällig entstanden :D
Wenn ich in einem Buch solche "kreativen" Umschreibungen lesen muss, komme ich manchmal mit dem Augenrollen gar nicht hinterher ;-)
Liebe Grüße Melli