Hey Ihr Lieben,
heute möchte ich Euch von meinem ersten Messetag zur Leipziger Buchmesse 2025 berichten.
Ich beginne allerdings ein paar Wochen zuvor mit zwei Gesprächen in der Leipziger Straßenbahn.
Zwei Fragen unterhielten sich darüber, welche Lesungen sie außerhalb der Messe beim Programm in der Stadt Leipzig liest besuchen wollen. Das fand ich ebenso interessant wie ein paar Tage später zwei Frauen, die sich über ihre Arbeit auf der Messe unterhielten. Sie waren auf dem Weg zum Messegelände, um einen Verlagsstand mit aufzubauen. :-)
In der Buch- und Messestadt Leipzig ist also schon Wochen vor der Messe eine Vorfreude darauf zu spüren :-)
Zur Messe hatte ich eine gute Anreise. Am Hauptbahnhof wurde die Straßenbahn dann recht voll, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet. Ich habe auf dem Weg tatsächlich gelesen und Musik gehört.
Mir ist es wichtig, möglichst keine fremden Menschen von vorne zu fotografieren. Wenn es nicht anders geht, habe ich diese zumindest unkenntlich gemacht.
In der Glashalle befanden sich wie jedes Jahr u. a. öffentlich-rechtliche Medien und die große Literaturbühne von ARD, ZDF und 3Sat (dazu im dritten Blogbeitrag mehr).
Jedes Jahr gibt es ein anderes Gastland. 2025 war das Norwegen.
Um möglichst keine Menschen zu fotografieren, habe ich die Verlagsstände eher "nach oben" aufgenommen. Es wuseln natürlich jede Menge Menschen herum ^^
Krass fand ich die Schlange am LYX-Stand,
um einfach nur auf den Stand zu kommen, um sich umzusehen. Es war also keine Signierstunde - die fanden woanders statt - und manche Menschen standen dafür trotzdem stundenlang an. Wahnsinn! Das behinderte übrigens niemanden, denn die Schlange wurde am Rand der Halle entlanggeführt. Das möchte ich gerne erwähnen, weil ich von anderen Messen weiß, dass es auch anders/schlimmer geht.
Tatsächlich hatte ich meinen Messebesuch diesmal akribisch geplant und mir notiert, welche Termine ich unbedingt wahrnehmen möchte. Mein erster Weg führte mich deshalb zur Signierstunde von Dieter Hallervorden.
Zuvor hatte ich noch eines der wenigen Exemplare ergattert, das es auf der Messe zu kaufen gab. Leider war es nicht in der Messebuchhandlung zu bekommen, sondern an einem Extra-Stand, den ich erst einmal suchen musste. Es gab zu wenig Exemplare. Der Verlag/die Organisator:innen hatten wohl nicht mit diesem Andrang gerechnet.
Dieser Andrang führte auch dazu, dass die eingeplante Stunde zum Signieren nicht ausreichte. Das lag insbesondere daran, dass viele nur ein Foto mit Dieter Hallervorden machen wollten und gar keine Bücher dabeihatten. So stand ich letzlich über eine Stunde umsonst an und habe nur dieses Foto von Weitem aufnehmen können.
Da es zu wenig Buchexemplare gab, hatten viele auch nur einen Zettel mit dem Buchcover aus einer Zeitschrift herausgerissen, um das signieren zu lassen.
Das fand ich wirklich sehr traurig, weil mir Signierstunden wichtig sind, um diesen einen kleinen Fangirl-Moment zu erleben, einer Person wirklich mal so nahe zu sein und eine Unterschrift in ein Buch (!) zu bekommen.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Leute mit Buch vielleicht Vorrang bekommen hätten oder dass die zeitliche Planung etwas realistischer ausgefallen wäre.
So schlenderte ich etwas frustriert und enttäuscht weiter durch die Hallen und erfreute mich am Anblick der vielen mühevoll errichteten Verlagsstände. Und damit meine ich nicht nur große Verlage, sondern auch die zahlreichen kleinen Verlage, die sich präsentieren.
Das hob meine Stimmung recht schnell. Immerhin konnte es nur noch besser werden, nachdem gleich mein erster Termin so ein Reinfall war.
Dann fand ich das für mich passende Motto, da ich Wälzer über alles liebe :D
Die Ullstein-Eule durfte natürlich auch nicht fehlen.
Auf diesem Foto sehr Ihr nicht nur Klaus-Peter Wolf (links) und Arno Strobel (rechts), sondern auch eine wichtige Orientierungshilfe in den Hallen.
Dazu ein kurzer
Exkurs zur Orientierung auf der Messe
Diese Zahl 2 oben zeigt an, dass wir uns in Halle 2 befinden.
Links seht Ihr noch ein halbes G, diese Buchstaben sind die Groborientierung für die Bereiche/Gänge in der Halle. Dann gibt es noch Zahlen ab 100 (soweit ich weiß), die den entsprechenden Stand anzeigen.
Ihr findet also in dieser Reihenfolge Halle/Gang/Stand.
Das ist wie im Fußballstadion/in der Konzerthalle. Da habt Ihr ja auch meistens einen Sektor, einen Block, eine Reihe und einen Platz.
Nur den Platz müsst Ihr Euch auf der Messe am Stand dann noch selbst suchen ;-)
Es ist so wichtig, zu wissen, wann Ihr WO GENAU sein müsst, um eine bestimmte Veranstaltung nicht zu verpassen. Ich habe den Donnerstag genutzt, um mich zu orientieren.
Es gibt nichts Blöderes, als bei Beginn einer Veranstaltung zu merken, dass man sich in der falschen Halle befindet und ans andere Ende des Geländes muss. Durch die Menschenmassen ist man nicht so schnell dort - selbst wenn man versucht zu rennen :D
Auf der Messe gibt es viel zu entdecken und so lief ich weiter staunend umher
Um rechtzeitig bei Veranstaltungen zu sein, habe ich immer genügend Zeit eingeplant. So war ich schon vor meinem nächsten Termin auf der Audio-Bühne und habe mich sitzend (auch so ein Thema für sich, dazu später mehr) ausgeruht.
Plötzlich sprang ein Typ auf die Bühne und meinte, dass der Termin mit D. C. Odesza leider ausfallen müsse. Ich blieb sitzen, weil das der vorige Termin gewesen wäre.
Dann sprang Dana Golombek auf die Bühne und machte Werbung für Lesungen/Gespräche mit Jutta Speidel später am Nachmittag. Das fand ich total witzig, weil ich Dana Golombek als Schauspielerin sehr verehre. Ich habe mich nicht getraut, ein Foto von ihr zu machen ^^
Ich habe mich dann aber sehr gefreut, als Eva Almstädt (rechts im Bild) ihr Interview zu "Ostseedämmerung" hatte. Geführt wurde das Interview von der Verlagsmitarbeiterin Kerstin Kaiser von Lübbe Audio (links im Bild). Das war wirklich großartig, da ich gerade mitten in dieser Krimireihe stecke.
Mein Lebensmotto!!
Das könnte ich mir auch auf die Fahnen schreiben.
Wobei ich es auf der Messe schon gut umgesetzt habe. Ich habe mir tatsächlich wenig Gedanken darüber gemacht, was andere Leute wohl von mir denken könnten.
An sich gibt es in den Messehallen bei den Bühnen und Lesungen genügend Sitzplätze. Es kommt natürlich auf die Veranstaltung an. Manchmal reichen diese Plätze auch nicht aus und es stehen jede Menge Menschen noch drumherum. Ich hatte oft Glück, weil ich rechtzeitig da war, um noch einen Platz zu ergattern.
Bei den Essen-Ständen gab es auch Plätze.
Mein Umgang mit Introvertiertheit und Hochsensibilität auf der Messe
Ich habe meine Pausen jedoch anders verbracht. Ich bin introvertiert und hochsensibel. Mich laugen Reizüberflutungen wie auf so einer Messe schnell aus. Grob gesagt fehlt mir der Filter im Gehirn, um Reize "auszusortieren". Somit prasseln diese ungefiltert auf mich ein. Ich brauche nach solchen Veranstaltungen eine längere Pause, um alles zu verarbeiten. Das ist keine Krankheit, sondern ein Wesensmerkmal. Im Restaurant beispielsweise bekomme ich - ob ich will oder nicht - so ziemlich alle Gespräche an den Nachbartischen mit. Ich kann sie nicht ausblenden.
Das kann sehr anstrengend sein und ich bekomme schnell Kopfschmerzen auf Messen. Deshalb habe ich mich immer wieder an den Rand zurückgezogen, etwas gegessen, getrunken oder mich einfach ausgeruht. Ich hatte dafür ein Sitzkissen dabei, was sehr bequem war. So konnte ich gut neue Energie tanken. Da ich auch noch meine Tage bekommen hatte, war es wichtig, diese Pausen einzuplanen und es hat auch insgesamt gut funktioniert. Gegen die Kopfschmerzen habe ich Schmerztabletten genommen, was mir auch geholfen hat. Ich hatte aus meiner letzen Buchmesse vor zwei Jahren gelernt, damals war ich nach einem halben Tag völlig fertig von der Messe und hatte keine (Kopf-)Schmerztabletten dabei.
Diesmal war ich besser vorbereitet und konnte meinen Aufenthalt dadurch besser genießen.
So hatte ich genügend Energie, um weiter über die Messe zu schlendern
Und auch der Manga-Halle einen Besuch abzustatten. Die Manga-Anime-Cosplay-Welt finde ich super spannend :-)
So ging für mich Messetag 1 zu Ende :-)
Eure Melli ♥