"Books are uniquely portable magic." (Bücher sind einzigartige tragbare Magie.)
~Stephen King~

Montag, 22. Juli 2019

[Buchrezension] "Ange und die Pferde" von Lise Gast


- Loewe Verlag/LeseRiese
- Neuauflage 1980
- 344 Seiten
- Originalsprache Deutsch
- illustriert von Alexandra Bräunling

Inhalt
Ange möchte Reitlehrerin werden, doch ihr Vater erlaubt es nicht. Schließlich soll sie erst einmal die Arbeit auf einem Gut und somit etwas "Handfestes" kennenlernen. Nach getaner Arbeit darf sie dann doch Reistunden nehmen. Ob sie ihr Können auch bei Turnieren unter Beweis stellen kann?...


Meinung
Zwischendurch lese ich immer wieder gerne Pferdebücher und somit habe ich dieses aus einem öffentlichen Bücherschrank mitgenommen. 

Am Anfang hatte ich ein Problem mit dem Namen der Protagonistin. Sie heißt Ange und ich wusste nicht, ob das ihr richtiger Name ist oder nur eine Abkürzung. Als ich dann wusste, dass es für Angelika steht, war mir die Protagonistin greifbarer. Ich habe es bei Büchern nicht so mit Namen, deshalb ist das wohl eher ein persönliches Problem von mir, das ich aber erwähnen möchte, weil ich eben am Anfang öfter stutzte und nicht so recht wusste, wie man den Namen ausspricht.

Die Protagonisten sind insgesamt sehr gut herausgearbeitet, wobei ich fand, dass die Reitfreunde von Ange eher blass geblieben sind. 

Die Neuauflage stammt von 1980 und das Erscheinungsdatum scheint noch länger zurückzuliegen. Das ist sowohl an der Sprache als auch an den Handlungen/Aussagen der Figuren zu erkennen. Mich hat das nicht gestört, weil ich es interessant fand, zu erfahren, wie man damals auf solchen Gutshöfen gelebt und gearbeitet hat. Allerdings gibt es ein paar Aussagen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Beispielsweise wird die Aussage vertreten, dass "jede Frau zuerst einen Sohn möchte". Mal davon abgesehen, dass es auch Frauen gibt (und bestimmt auch damals gab, wenn auch selten), die gar keine Kinder möchten, gibt es durchaus viele Frauen, die sich eine Tochter wünschen. Natürlich war das zur damaligen Zeit noch ein bisschen anders, weil die Gutshöfe vererbt wurden etc. Trotzdem gilt die Aussage heute nicht mehr überall und ich denke, dass es auch damals Frauen gab, die sich (wenn auch insgeheim) eine Tochter gewünscht haben.

Über solche Aussagen bin ich gestolpert und ich fand es interessant, den Vergleich zur heutigen Zeit zu ziehen. Im Übrigen empfand ich das Buch als interessant und authentisch. Ange hat zum Beispiel etwas ausgefressen und quält sich regelrecht mit ihrem schlechten Gewissen herum. Hierin habe ich mich wiedergefunden und konnte ihr Handeln zu 100 % nachvollziehen. 

Die Arbeit mit den Pferden nimmt einen großen Raum ein, was ich erwartet und auch bekommen habe. Ich mochte die Szenen während der Reitstunden und die beschriebenen Fortschritte, die Ange macht. Ich selbst reite nicht, interessiere mich aber für die Reiterwelt. Das Buch geht aber auch in die Tiefe, wenn es um bestimmte zwischenmenschliche Beziehungen geht. Mir bahnte sich diese allerdings etwas zu schnell an, was möglicherweise für die damalige Zeit typisch war (Heirat ohne Kuss). Hiermit nehme ich nicht zu viel vorweg, denn der Klappentext verrät es bereits.

Bei dem Buch handelt es sich um einen Doppelband, der wohl zuerst in zwei Bänden erschien. Die beiden Bücher wurden quasi "einfach zusammengebunden". Das finde ich ein bisschen schade, weil es mich verwirrt hat. Zwischen den beiden Einzelbänden liegt eine gewisse Zeitspanne, die dann nur kurz abgehandelt wird. Das hätte die Autorin für meinen Geschmack mehr ausschmücken und das vorhandene Handlungspotenzial besser ausarbeiten können.

Insgesamt sind es allerdings zwei zusammengehörige Pferdegeschichten, die mich überzeugen konnten.

Bewertung
♥♥♥♥

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